Kriterien Fondsauswahl

Fondsauswahl

Vertrauen Sie nur Ihrem Glück?

Kriterien zur Auswahl von Investmentfonds

Da die Performance eines Fonds vom komplexen Zusammenspiel der drei Faktoren

Glück, Können und Risikofreude

abhängt, kann man nur auf Grund einer genauen Analyse zu vernünftigen Einschätzungen
und Entscheidungen gelangen. Eine naive Analyse der Vergangenheits-Performance führt
zwangsläufig zu Fehlentscheidungen. Nach welchen Kriterien soll man also Investmentfonds auswählen?

Hilfreich ist die Betrachtung der Auswahlverfahren von institutionellen Anlegern, die bereits seit langem nicht mehr auf Grundlage reiner Vergangenheitsperformance ihre Entscheidungen treffen. Statt dessen analysieren sie das Umfeld und die Methoden des Fondsmanagements.

Anders als bei vielen privaten Anlegern steht dabei die Fondsgesellschaft und nicht der einzelne Fondsmanager im Vordergrund. Das Bewertungsraster umfasst die sogenannten vier P’s in folgender Reihenfolge:

Philosophie, Prozess, Personen, Performance

Ziel der Analyse ist es, Gesellschaften zu identifizieren, die durch ihr Research in der Lage sind, einen Informationsvorsprung zu gewinnen und diesen im Rahmen eines disziplinierten Investmentprozess in Outperformance umzumünzen. Hierbei werden sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien angewendet.

Philosophie und Prozess

Die Investment-Philosophie und der Investment-Prozess sind die Kernkriterien bei der Bewertung von Investmentgesellschaften:

  • Wie analysiert die Gesellschaft Wertpapiere und welche Philosophie vertritt sie dabei?
  • Welche Instrumentarien und Technologien werden benutzt, auf welches Research wird zurückgegriffen?
  • Erfolgen Investment-Entscheidungen im Team oder alleine?
  • Wie werden die Investment-Ideen in Portfolios umgesetzt?
  • Wie wird das Risiko innerhalb der Portfolios gemessen, überwacht und gesteuert?
  • Sind die Aufgabengebiete Risikoprüfung, Fondsmanagement und Aktienanalyse personell und organisatorisch sauber getrennt?

Personen

Die handelnden Personen finden im Rahmen der Analyse ihre Berücksichtigung:

  • Verfügen die Verantwortlichen über die notwendige und fachliche Eignung?
  • Welche besondere Qualifikationen können die Fondsmanager vorweisen?
  • Wie ist ihr Ruf?
  • Welche Anstrengungen unternimmt die Fondsgesellschaft, eingespielte Teams zu halten?
  • Wie motiviert sie ihre Mitarbeiter?

Performance

Die Performance darf nicht isoliert, sondern muss relativ zum entsprechenden Vergleichsindex – der Benchmark – bewertet werden.  Mit Glück und Risikofreude ist es problemlos möglich, über einen gewissen Zeitraum eine hervorragende Performance  hervorzubringen. Ziel der Performance-Analyse muss also sein, das Können von Gesellschaften herauszufinden, also die Identifikation überlegener Investmententscheidungen und deren Umsetzung.

Überdurchschnittliche Performance in Relation zur Benchmark kann nur durch Abweichungen der Portfoliozusammensetzung zur Benchmarkzusammensetzung oder durch erhöhtes Risiko infolge von Leverage erkauft werden. Die Performance kann somit nicht isoliert, sondern muss ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko, dem sogenannten „Tracking Error“ gesetzt werden.

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